Wednesday, April 16. 2008VomitusTrackbacks
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Eine bittere Wahrheit, aber was soll man denn auch sonst machen?
Gefängnis?
#1
on
2008-04-16 10:31
Offensichtlich. So jemanden kann man doch nicht auf die Strasse lassen.
#1.1
on
2008-04-16 10:40
Ja, Gefängnis. Und dort Zwangsentzug. Manche muss man zu ihrem "Glück" zwingen...
Die Erfolgsquote bei einer stationären Unterbringung liegt mehr als doppelt so hoch wie bei einer ambulanten Betreuung. So Kram wie eine Bewährungsstrafe mit der Auflage einer Therapie, das funktioniert nicht zuverlässig.
#1.2
on
2008-04-16 10:46
Möglicherweise hat es sich bis nach Bremen noch nicht rumgesprochen: Ohne Gerichtsverfahren erfolgt keine Verurteilung.
Die Uhren laufen in deutschen Gerichten anders, ebenso auch in anderen europäischen Ländern. In 6-12 Monaten findet dann voraussichtlich ein Gerichtsverfahren statt. Wenn man nicht stetig bei jedem Fall Strafanzeige und -antrag gegen die betreffenden Personen stellt, muss man sich über Einstellungen der Verfahren wegen geringer Schuld wirklich nicht wundern.
#1.3
on
2008-04-16 22:33
Im Gefängnis wäre es für ihn vermutlich leichter, an die Drogen zu kommen.
#2
on
2008-04-16 10:38
Wie soll er sie da bezahlen?
#2.1
on
2008-04-16 10:39
Durch bücken.
Der arme Kerl, laßt ihn doch mal ein bißchen klauen, der hatte doch eine schlechte Kindheit.
#2.1.1
on
2008-04-16 10:41
Ich halte die Formulierung "Nichts passiert." für ziemlich problematisch, da einladend.
Otto Normalentwender könnte da glatt auf dumme Gedanken kommen.
VERGISS ES!
"Otto Normalverbraucher" wird da gleich beim ersten Delikt festgenagelt! Ab einer gewissen Grenze kannst du dir in Deutschlanmd hingegen (nahez)u alles erlauben! Schönes deutsches Vaterland... Tsss... UInd dafür ist mein Opa im Krieg gewesen! Naja, das ist jetzt n bisschen zu arg... *fg*
Die Lösung des Problems wäre eigentlich ganz einfach: Man gebe die bisher illegalen Drogen kostenfrei an bereits Süchtige ab. Das ganze Drogenproblem hätte sich dann schnell erledigt. Einmal gäbe es keine Beschaffungskriminalität mehr und außerdem würde sich der Verkauf von Drogen nicht mehr lohnen, so dass es nach einiger Zeit auch fast keine neuen Süchtigen mehr gibt. Aber leider ist unsere Gesellschaft für so einen Schritt scheinbar zu verbohrt...
Wieso denn kostenlos? Man legalisiert einfach den Verkauf, aber packt eine ordentliche Steuer drauf. Aus den Steuereinnahmen bezahlt man dann die Schäden, die durch den Drogenkonsum enstehen. So ähnlich machen wir es doch auch mit Zigaretten in Deustchland.
#4.1
on
2008-04-16 20:59
Zu dem Thema gibt es ein schönes Stück von Götz Widmann namens "Die Zaubersteuer".
Refrain: "Um die Millionen zu kassieren muss man nur Hasch legalisieren" Ich bin auch für eine völlige Freigabe und den staatlich kontrollierten Verkauf. Meine Drogen sind übrigens schon alle besteuert. TUWX - tausende unglaubliche Wichtigtuer: Xing
#4.1.1
on
2008-04-16 21:43
Naja, so ärgerlich solche Typen für Ladenbesitzer auch sein mögen. Sind wir doch froh, dass er "nur" Shampoo klaut. Er könnte auch mit ner Waffe in der Hand die Ladenkasse plündern. So etwas endet dann schnell mal im Plastiksack.
Gerhard Zirkel
Dann würde er aber hinter schwedische Gardinen kommen und das Problem wäre wenigstens eine Zeitlang aus dem Weg oder?
#5.1
on
2008-04-16 17:41
Ich behaupte mal, daß "ein paar Anzeigen" wegen Ladendiebstahls und Hausfriedensbruch für die meisten Leser hier Folgen hätten, die geeignet sind, sie ganz ordentlich aus ihrer Bahn werfen würden (Beruf, Freundeskreis, etc.).
Traurig, daß der Gesetzgeber für den oben beschriebenen Fall keine Möglickeit zur Sanktionierung findet.
#7
on
2008-04-16 11:25
Aus welcher Bahn willst du einen Abhängigen denn werfen?
Wohnung und Essen bezahlt er schon längst nicht von eigenem Geld. Was sonst hat er, was zu werfen wäre? Gefängnis? Substitution, regelmässige Nahrung, medizinische Grundversorgung, Körperpflege. Schon ein Fortschritt.
#7.1
on
2008-04-16 12:13
Lesen-Denken-Schreiben...
#7.1.1
on
2008-04-16 12:26
das Problem kenn ich und finde es auch ätzend. vor Jahren wurde bei uns in ein Gewächshaus eingebrochen. der Täter fand logischerweise nichts Brauchbares und zerstörte für ca 2500 € Pflanzen und Einrichtung. der wurde tatsächlich gefasst, aber weil er andere Straftaten begangen hatte (wenn ich mich recht erinnere so ~20) wo grösserer Schaden entstanden ist wurde der Einbruch bei uns notiert und dann ignoriert.
Ja, aber wem wäre denn auch geholfen gewesen, wenn er wegen jeder der 20 Straftaten verurteilt worden wäre? Macht das den Schaden gut? Hilft das dem Verbrecher?
Ich hoffe, du warst dafür/dagegen Versichert und hast die Summe erhalten, durch ein paar Jahre mehr absitzen hättest du den Schaden auch nicht zurückbekommen.
Du könntest ihn in Deinem Lager warten lassen, bis die Polzei kommt, um seine Personalien aufzunehmen, dann aber vergessen dort anzurufen. Wenn er richtig auf Turkey kommt, wird er sich überlegen ob er noch mal bei Dir klaut...
#9
on
2008-04-16 11:27
Oder fesseln, foltern, quälen ...
Unglaublich, was hier durchs Dorf getrieben wird. Da ist dieser Kommentar nur zufälliges Beispiel. Führt euch mal vor Augen, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Und das ist auch gut so!
Dummerweise bringt erst das offensichtliche Versagen des sogenannten Rechtsstaates die Leute auf solche Gedanken.
#9.1.1
on
2008-04-16 19:29
Ein Rechtsstaat versagt, weil er nicht ordnungsgemäß foltert und quält und die armen Bürger es für ihn tun müssen? Tsss....
#9.1.1.1
on
2008-04-17 01:00
Wie sagt man so schön: Lesen und verstehen!
Wenn unser Staat auch bei Kleinkriminalität durchgreifen würde, statt sie zu verharmlosen, dann käme der Bürger gar nicht auf die Idee, selber das Recht in die Hand nehmen zu müssen
#9.1.1.1.1
on
2008-04-17 06:41
Rechtsstaat? In welchem Staat lebst Du?
#9.1.2
on
2008-04-16 22:37
kein wunder das die polizei da nichts machen kann... die sind ja eher damit beschäftigt filesharer zu jagen, die großkonzernen "schaden". was interessiert da so ein kleiner supermarktbetreiber der den schaden direkt zu spüren bekommt und dessen existenz möglicherweise gefährdet ist?
wer geld (und somit etwas macht) hat, hat nunmal ne bessere chance auf vertretung seiner interessen durch die staatsgewalt.
#10
on
2008-04-16 11:29
Ich habe in meiner Jugend mal eine Schachtel Zigaretten geklaut. Weil ein Kumpel mit dabei war und gleich ne Stange eingesteckt hat, kamen wir sogar zum Jugendgericht und mussten (ich 50, mein Kumpel 100) Sozialstunden ableisten. Wir haben nie wieder im Leben geklaut. Da war ich 14. Das ist jetzt 15 Jahre her. Da war man wohl noch strenger. Die Strafe war hat, aber sie war angebracht und sinnvoll.
#11
on
2008-04-16 11:34
Ich hatte mal das Vergnügen als Referndar in Vertretung für die Staatsanwaltschaft für so einen Wiederholungstäter 3 Jahre zu beantragen. Er ist dann auch hierzu verurteilt worden. Er hatte damals einen Schokoriegel im Wert von 99 Pfg. gestohlen. - Gut ich geb es zu es war nicht in Bremen sondern in Bayern.
Der Täter war übrigens ganz zufrieden damit u.a. deshalb, weil man damals erst ab einer 3jährigen Haftstrafe einen Anspruch auf Therapie hatte.
#12
on
2008-04-16 11:58
da hilft es wohl nur anderen pösen buben 50 euronen zu versprechen wenn sie diesen burschen krankenhausreif prügeln und ihm nahelegen den laden nie wieder zu betreten,mit zivilisierten mitteln kommt man ja nicht weiter
#13
on
2008-04-16 12:33
Ich kann verstehen, dass bei den geringen Margen im Einzelhandel Ladendiebstähle mehr als ärgerlich sind. Zumal, wenn man wie Björn auf eigene Rechnung arbeitet.
Anderseits kann einem der Täter doch auch nur leid tun. Todkrank, schwerst abhängig. Ich sehe in der Tat wenig Sinn darin, den auch noch "wegzusperren", solange er keine ernsthafte Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Das ist eine Frage der Menschlichkeit, auch wenn er tölpelhaft versucht, ein paar Flaschen Shampoo zu klauen. Die Meinung scheint unpopulär zu sein, aber so ein Mensch braucht intensive, therapeutische Hilfe und kein Gefängnis. Und die entsprechenden Anlaufstellen hat Bremen in den letzten zehn Jahren fast kaputt gespart. Nicht armes Deutschland. Armes Bremen.
Geht's noch? Das ist nicht Dein Ernst, oder? Den hat doch keiner gezwungen, sich die Drogen reinzupfeifen. Ist doch selber schuld. Nur weil er zu doof ist zu kapieren, das Drogen ihn noch mehr zerstören. Sorry, aber da fehlt's mir an Verständnis.
Der gehört in den Knast und soll sich auskurieren, dann ist die Birne auch wieder klar.
#14.1
on
2008-04-16 14:21
Genau, und mit Rauchern, Leberkranken, Übergewichtigen etc
machen wir das auch so. Die dürfen dann auch ihre Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte selber zahlen. Und wer sich beim Joggen ein Bein bricht darf zusehen wie das wieder verheilt, hat ja selber Schuld dass er nicht auf seinem Sofa geblieben ist und brav Barbara Salesch geschaut hat. Nebenbei ist das dann auch völligt berechtigt vom Arbeitgeber ihn Rauszuwerfen, weil er wegen seinem gebrochenen Bein nicht zur Arbeit kann, hat ja selber schuld gehabt. Mann, du hast recht, wenn man mal darüber nachdenkt ist diese Einstellung einfach DIE Lösung!
es ist schon richtig das ihn keiner gezwungen hat. es ist aber das gleiche bei den ganzen alkis. komischerweise wird denen nur viel mehr verständnis entgegen gebracht und von opfern der geselschaft gesprochen.
alkohol ist halt legal und somit sind die opfer zu bedauern. heroin ist illegal und jeder konsument soll in den knast. es gibt soviele anti drogen kampagnen... warum sind die nicht erfolgreich? das liegt wohl größtenteils an den längst überholten klischees die darin vertreten werden. das beste beispiel ist das allseits beliebte marijuana. gras wird seit dem seine wirkung bekannt ist konsumiert. ohne probleme. es gibt nicht einen der an marijuana gestorben ist. aber jedes jahr sterben in deutschland über 42000 menschen an ihrem alkoholkonsum. es gibt über 1,5 millionen menschen die alkoholabhängig sind aber nur ca 70000 drogenabhängige (heroin, kokain). wo bleiben die anti alk kampangen der regierung? achja stimmt ja... es gibt ja die alkoholsteuer... warum also was dagegen tun? die drogenpolitik deutschlands ist von einer doppelmoral geprägt die nicht mehr vertretbar ist. abschließend noch mal zwei zitate zum thema. ------- "Die Strafe für den Gebrauch einer Droge sollte nicht schädlicher sein als die Droge selbst. Wo das der Fall ist, muß es geändert werden. Nirgendwo ist dies eindeutiger als bei Haschisch und Marihuana." Carter, Jimmy ehemaliger Präsident der USA 03.08.1977 ---------- "Alkohol ist als Droge gefährlicher als Cannabis. Alle Kulturen der Welt suchen nach Möglichkeiten, sich in Rausch zu versetzen. Ein "Recht auf Rausch" postuliert keine "Pflicht zum Rausch". Alle Drogen haben Nebenwirkungen, Alkohol auch tödliche. Nur durch eine sachliche und vorurteilsfreie Diskussion besteht eine Chance, Missbrauch darzustellen und wirkungsvoll zu bekämpfen." Jonitz, Günther Präsident der Ärztekammer Berlin -----------
#14.1.2
on
2008-04-16 17:22
Auch Cannabis sollte man nicht
durch eine Rosarote Brille sehen. Es gibt genug Leute die davon Psychosen etc. bekommen haben, und bestimmt ist auch schon der eine oder andere Bekiffte vor nen Auto gelaufen und tötlich verunglückt. Ich lasse meine Finger einfach von allen Drogen, inklusive Tabak und Alkohol. Weil, wozu?! (Nur bei Ben & Jerry` s Drogen werde ich schwach. *g*)
die psychohosen sind normalerweise schon vorhanden, treten nur durch den konsum hervor. das passiert auch bei alk und medikamenten.
und es sind garantiert auch schon mehr besoffene vor ein auto gelaufen oder haben anderweitig scheiße gebaut... mir fällt da spontan ein freund ein der besoffen auf ein gleis gefallen ist und zum glück nur ein bein verloren hat. das kiffen vernebelt die sinne nicht so das man auf nix mehr achtet und falls es doch mal so ist, wird man sich ganz sicher nicht weiter als bis zum kühlschrank bewegen aber respekt vor deiner einstellung und die frage wozu lässt sich eigentlich nicht beantworten. das muss jeder mit sich selbst abklären. das wichtigste ist halt leben und leben lassen. jeder soll das konsumieren was er möchte. aber natürlich nur wenn er sich vorher genügend informiert hat. das internet bietet da mehr als genug möglichkeiten. ich denke das mehr information die leute auch vor harten drogen wie heroin schützen kann. man findet mehr als genug beispiele. es hilft oft nicht nur zu sagen wie böse das zeug ist... es beeindruckt viel mehr, wenn man sowas von leuten liest die den ganzen scheiß durchgemacht haben und zum anfang dachten "ach nur einmal..." falls sich jmd. für das thema interessiert, empfehle ich das forum von land-der-traeume.de ich hoffe das björn das nicht als werbung sieht. mich hat die seite vor vielen dummheiten bewahrt. vielen dank für die aufmerksamkeit
#14.1.2.1.1
on
2008-04-16 23:08
Ansonsten bei Dir alles in Ordnung?
#14.2
on
2008-04-16 16:24
Wie wohltuend, eine Stimme der Vernunft. Danke, Impi.
#14.3
on
2008-04-16 18:59
Genau. Der arme, arme Drogenabhängige. Ein Opfer der Gesellschaft und nicht für sein Tun verantwortlich.
#14.3.1
on
2008-04-16 19:10
QED...
#14.3.1.1
on
2008-04-16 19:17
Warum zum Geier stellst Du keinen Strafantrag? Oder hast Du es etwa doch getan? Ist doch soooo einfach.
Erstmal Glückwunsch zum 6666en Beitrag! Auch wenns nicht der 6666 veröffentlichte ist eine super zahl
Doch Ben, das ist mein Ernst. Und in der Tat fehlt es dir an Verständnis.
"Ladendiebstahl ist keine Straftat"
Seit wann nicht mehr?! Meines Wissens doch, selbst in Bremen
#18
on
2008-04-16 15:27
Ich möchte die USA hier ja nicht als positives Beispiel heranziehen, aber ein paar (positive) Kleinigkeiten könnte man sih ja schon abschauen. Z.B. wer klaut wird binnen 24h nach dem Diebstahl einem Richter vorgestellt der den Delinquenten dann direkt für ein bis zwei Wochen einbuchtet. Kommt natürlich auf die Vorstrafen an, aber die gibts in diesem Fall ja zuhauf.
Klar kostet das geld, aber ich glaube Bjoern würde liebend gern 50 Euro im Monat für solche Maßnahmen spenden. Aber man gibt das Geld ja lieber aus um die bösen Raubkopierer zu verfolgen.
Ladendiebstahl soll keine Straftat sein? OK, streng genommen stimmt das, denn es ist meistens ein Diebstahl geringwertiger Güter. Vielleicht solltest du den Anwalt deines Vertrauens mal nach Antragsdelikt und Strafantrag befragen.
#20
on
2008-04-16 19:00
Warum schreibst du,das er HIV-positiv ist?Hat doch mit der eigentlichen Sache nichts zu tun oder?
#21
on
2008-04-16 19:16
Es hat durchaus damit zu tun, was einen Menschen noch schrecken kann, wenn er bereits an einer schweren Krankeit leidet.
#21.2
on
2008-04-17 09:04
Du musst entsprechende Bearbeitungsgebühren nehmen ^^
Einmal erwischt 50 Euro, zweimal 100 Euro, dreimal 150 Euro usw. ^^ Naja, jedenfalls wenn sowas erlaubt ist ...
#22
on
2008-04-16 20:11
Erlaubt sicher - aber greif mal einem nackten Mann in die Tasche...
Joa, ist natürlich schwierig. Aber könntest du letztendlich nicht deshalb dann noch eine Anzeige machen, die schwerer wiegt?
#22.1.1
on
2008-04-16 20:22
Nein. Es ist per se nicht strafbar, eine Schuld nicht zu bezahlen; strafbar wäre es nur (als Betrug), einen Vertrag zu schließen, von dem man bereits weiß, daß man ihn nicht erfüllen kann oder will. Es wirkt auch nicht strafschärfend, wenn eine "Fangprämie" nicht bezahlt wird oder werden kann.
#22.1.1.1
on
2008-04-17 09:06
QUOTE: Ladendiebstahl ist keine Straftat... Ladendiebstahl ist übrigens selbstverständlich eine Straftat. Du hast oben vermutlich an den Unterschied Verbrechen / Vergehen gedacht. Ladendiebstahl ist nämlich ein Vergehen, aber kein Verbrechen. (Verbrechen sind die Straftaten, die mit MINDESTENS zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden).
#23
on
2008-04-16 22:14
Nein. Verbrechen sind Straftaten, die im Mindestmaß mit *einem* Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind, § 12 BGB, also solche der mittleren und vor allem Schwerkriminalität.
#23.1
on
2008-04-17 09:07
Selbstverständlich sind Ladendiebstahl und Hausfriedensbruch Straftaten, selbstverständlich werden diese Taten geahndet, selbstverständlich im Wiederholungsfall auch mit Haftstrafen, die selbstverständlich ggf. auch vollstreckt werden. Das ist auch gut und richtig so, Abhängigkeit hin oder Sucht her.
Allerdings gilt es dabei einige weitere Punkte zu berücksichtigen: 1. Weder Ladendiebstahl noch Hausfriedensbruch sind Schwerkriminalität. Das tröstet den Betroffenen natürlich nur wenig, es sollte aber nicht den Blick dafür verstellen, daß schon körperliche Gewalt, aber auch und erst recht gewaltsamer oder gar bewaffneter Raub, Kindesmißhandlung und -mißbrauch oder Diebstahl und Betrug mit hohem Einzelschaden vor Kleinkriminalität Vorrang haben und zuerst bearbeitet werden - und daß auch solche und schlimmere Taten in ein Sanktionsfeld passen müssen, daß auch für viele schlimmste Taten des x-fachen Wiederholungstäters bei 15 Jahren Freiheitsentzug regelmäßig endet. 2. Die Strafempfindlichkeit ist unterschiedlich. Wer in geordneten Verhältnissen lebt, möglicherweise noch ein Unrechtsbewußtsein hat, seinen Arbeitsplatz behalten und seine soziale Stellung erhalten möchte, ist bereits durch ein Strafverfahren an sich getroffen und fühlt sich betroffen, selbst wenn am Ende nichts herauskommt. Wer hingegen ohnehin abhängig ist, weder Arbeit noch Wohnung noch Geld noch Perspektive noch Lebensmut hat, ist auch durch Haftstrafen nur bedingt zu treffen - und wenn er zudem an Therapie nicht interessiert ist und/oder sie nicht durchsteht, dann laufen Abschreckungs- und Resozialisierungsbemühungen eines rechtsstaatlichen Strafrechts schnell ins Leere. Man kann die Taten zwar ahnden und damit Rechtsfrieden und eine gewisse Befriedigung des Geschädigten schaffen (und solange der Täter "weggesperrt" ist, klaut er auch nicht), aber das hilft kaum auf Dauer - und wegen Bagatellkriminalität wird niemand lebens- oder auch nur jahrelang weggesperrt. Auch das wäre nicht recht im Vergleich mit all dem, was Menschen anderen Menschen antun können und auch tatsächlich antun. 3. Eine Strafe wird immer erst durch ein Gericht verhängt und dann danach vollstreckt. Zumindest bis zu einem rechtskräftigen Urteil bleibt der Täter auf freiem Fuß, denn bis dahin gilt er als unschuldig. Nur in krassen Fällen, insbesondere dann, wenn aufgrund der drohenden hohen Strafe mit der Flucht vor der Strafverfolgung zu rechnen ist oder erhebliche Straftaten wiederholt begangen werden, kann der Täter bereits vor der Feststellung der Schuld in Haft genommen werden (Untersuchungs-/Sicherungshaft). Das kommt aus begreiflichen Gründen bei Ladendiebstahl regelmäßig nicht in Betracht. Aus denselben Gründen kann es einige Zeit dauern, bis Ladendiebstahl geahndet wird, weil auch Polizei und Justiz nur begrenzte Ressourcen haben, die ständig schrumpfen, obwohl die Anzahl der Taten steigt. Auch das ist nicht befriedigend, aber bei nüchternem Nachdenken nachvollziehbar. Kurz und gut: der Ärger ist verständlich, die Situation aber kaum anders lösbar - es sei dem, es wird demjenigen, der Hausverbot hat, erst gar kein Zutritt gewährt. Das Hausrecht kann - auch gewaltsam - durch den Hausrechtsinhaber durchgesetzt werden. Insofern ist nicht *nur* der Staat, sondern auch der Betroffene gefordert. Wer Hausverbote verteilt, sie aber nicht überwacht, hat dafür natürlich gleichfalls Gründe - aber andererseits vergibt er sich natürlich auch Möglichkeiten, seine Rechte und sein Eigentum zu schützen. Das beginnt schon mit der Umstellung vom Laden mit Theke, bei der die Mehrzahl der Waren schlicht nicht zugänglich ist und vom Personal gebracht wird, zum Selbstbedienungsladen und Supermarkt: letztere sind für den Kunden angenehmer und sparen immens Personal (man denke nur, es müßten nicht nur Kassen besetzt werden, sondern auch alle Kunden an einem Tresen bedient werden, statt selbst auszusuchen!), aber man tauscht diese Vorteile gegen eine erhöhte Diebstahlsgefahr ein. Ladendiebstahl als Massendelikt ist ohne Selbstbedienungsläden ebenso wenig denbkar wie Urheberrechtsverstoße als Massendelikt ohne digitale Medien und das Internet. Sorry, wurde etwas lang und paßt so gar nicht zum Stammtischcharakter von Weblog-Kommentaren, wie ich fürchte. Ich werde mich zukünftig in beiderlei Hinsicht um Besserung bemühen. *eg* -thh
#24
on
2008-04-17 09:02
Ich hatte letzten Dezember Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt. Bekam heute die Zeugenvorladung.
Du siehst, es bringt doch was
#25
on
2008-04-17 12:28
Na klar!
Wenn man Strafanzeige und Strafantrag in JEDEM Einzelfall stellt, wird das Folgen für die Kriminellen haben. Es bringt nur nichts, den armen, hilflosen Geschäftsmann zu spielen und aus Faulheit oder simulierter Frustriertheit die Leute einfach laufen zu lassen. Die Masse an angezeigten Einzeltaten machts.
#25.1
on
2008-04-18 08:38
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