Monday, February 13. 2006Der Job und privaten KummerTrackbacks
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Einfach nur zuhören und "da sein" hilft auch schon ungemein weiter.
Nur muss man auch verständlich machen, daß man selbst nicht zur Lösung der Probleme beitragen kann. Vielleicht hilft ja einfach die Tatsache, das "Cheffe" bescheid weis, daß hier etwas nicht in Ordnung ist auch schon etwas. Und wenn "Cheffe" bei einer fähigen Mitarbeitern - nicht offensichtlich - auch schon mal ein Auge zudrückt, wenn die Arbeit für eine kurze Weile nicht so fluppt wie es soll ist das auch ok... Andre - der selbst schön öfters in der selben Situation mit Angestellten war.
#1
on
2006-02-13 19:13
Björn,
ich empfinde es so: der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht seinen Arbeitnehmern gegenüber. Ob das den privaten Teil des Arbeitnehmers beinhaltet, das ist eine Entscheidung, die Du selbst treffen musst. Aus eigener Erfahrung: Das Eheweib hat sich vor ein paar von mir getrennt und die Wohnung leergeräumt, während ich gearbeitet habe. Ich habe einen ziemlich 'dicken Hals' bekommen, als ich abends in einer entkernten (leeren) Wohnung stand. Ich habe es meinem Boss gesagt - aus dem Grund: wenn die Nerven etwas blank liegen, kann es passieren, dass man anders reagiert als es die Kollegen gewöhnt sind. Wenn Beschwerden über mich beim Chef laut werden, weiß er wenigstens, woran es liegt. Das habe ich ihm auch gesagt. Es gibt Dinge, die gesagt werden sollten, immer unter der Bedingung, dass sie vertraulich sind. 'Mein' Chef schätze ich so ein, dass er den Krempel, den ich ihm erzählt habe, für sich behält. Was Deine Mitarbeiterin angeht: sie hat Vertrauen zu Dir, sonst hätte sie nix erzählt. Das ist doch auch was?
Zuhören ist schon sehr, sehr viel wert!
Hatte darüber mal etwas geblogt... wenn es jemanden interessiert http://www.blog.de/index.php/sohnvomgastwirt/2006/01/24/einfach_mal_fresse_halten~503291
manchmal einfach hilft es einfach, wenn man sich ernstgenommen fühlt. Und wenn man dann auch noch von vermeintlich witzigen Kollegen in Ruhe gelassen wird, hat man auch eine Chance, wieder auf die Beine zu kommen. Das habe ich kürzlich erst hinter mir gehabt, wobei sich mein Chef eher nicht darum kümmert, aber so ein Urlaub hilft auch für den notwendigen Abstand...
(Wenn ich nicht wüsste, dass meine Kollegen hier nicht mitlesen, würde ich das alles übrigens auch nicht geschrieben haben)
Ich war immer der Meinung du hättest längst einen Hauspsychologen, hab 'ich mich wohl geirrt.
#5
on
2006-02-13 21:13
Ich kann meinen Vorrednern - mal abgesehen von notorious blogliesel - nur zustimmen; vorletztes Jahr hatte ich massiven privaten Streß, der mich - sowohl privat wie in der Folge auch im Job - über 2 Monate an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat (naja, zu "guter" Letzt bin ich dann auch zusammengeklappt...). Ich hab meinem Chef zwar die Gründe nicht bis ins letzte Detail mitgeteilt, er wußte aber im großen und ganzen, was los ist und warum eventuell nicht alles so rund läuft/laufen kann, wie wir beide das gerne hätten. Allein die Tatsache, daß er das wußte, nahm aber schon eine gewisse Menge Druck aus der ganzen Sache. Okay, ich konnte es auch meinen Kolleginnen sagen, was auch durchaus hilfreich war, aber wichtig war mir vor allen Dingen, daß mein Chef es weiß und somit einschätzen kann, was zum Teufel eigentlich los ist.
#6
on
2006-02-13 23:11
Ich finde gut, daß Du zugehört hast und Dir
Gedanken machst! Der Mitarbeiterin hat das sicherlich sehr geholfen. Herz ausschütten und dann der Gedanke "es ist raus" bringt schon viel für die Betroffene! Ganz ehrlich: Finde ich toll von Dir!
Berufliches und Privates lässt sich eben meistens doch nicht so sauber trennen, wir haben ja alle nur einen Kopf auf den Schultern. Ich empfinde es als Chef und ebenso privat erstmal als Vertrauensbeweis, wenn mir jemand sein Herz ausschüttet und sich bzw. seine aktuelle Situation erklären will. Dann kann man im Vorfeld reagieren - im anderen Fall flattert einfach morgens eine Krankmeldung durch den Briefschlitz, ne?
Schlimm wirds, wenn Menschen diese "fehlende Distanz" mit Schauspieltalent ausnutzen. Mir selbst ist ein Fall bekannt, bei dem sich eine Mitarbeiterin mit dieser Art (bis hin zur _Erdichtung_ schwerster Krankheiten) eine permanente Sonderstellung im Unternehmen erschlichen hat ... aber wie meine Oma schon sagt: "Nichts ist so fein gesponnen, es kommt ans Licht der Sonnen" ... Only registered users may post comments here. Get your own account here and then log into this blog. Your browser must support cookies.
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