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Fragen zum Thema "Containern"

Florian hat ein paar Fragen an mich:
Was hälst du eigentlich vom "Containering"?
Und viel wichtiger wäre ist so etwas bei dir überhaupt möglich?
Ich mein in deinem Laden, könnte ich mich da Nachts "ranschleichen" und mich nach belieben aus deinen Mülltonnen bedienen? Ich mein das ist ja für dich Abfall also könnte dir das ja egal sein! Oder spendest du gleich von vorne herein das meiste an Organisationen wie Tafeln oder ähnliches?
Und noch eine weitere Frage hätte ich, wie ist denn die rechtliche Lage zum Containering? Kennst du dich da aus? Könnte eine solche Aktion Diebstahl oder Hausfriedensbruch oder ähnliches sein?
Ich weiß, was in den Filialbetrieben weggeworfen wird und ich weiß auch, was bei mir im Müllcontainer landet. Daher betrachte ich Containern mit gemischten Gefühlen. In den Filialbetrieben werden mitunter in großem Umfang Lebensmittel weggeworfen, die absolut verkehrsfähig sind. Teilweise schon ein paar Tage vor Erreichen des MHD. Aufgrund der Unternehmensphilosophie sollen die Artikel nicht reduziert verkauft werden und laden im Müll. Eine fürchterliche Verschwendung, die ich auf keinen Fall gutheiße!
Bei mir dagegen landen sehr selten wirklich brauchbare Sachen im Abfall. Zum einen reduzieren wir hier die Artikel meistens rechtzeitig und verkaufen sie teilweise bis über das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Und wenn's für ein paar Cent(!) ist, nur um die Lebensmittel vor dem Müll zu retten. Noch essbares Gemüse spenden wir einem kleinen Verein, der Obdachlose betreut. Was hier bei mir im Müllcontainer landet, würde sogar ich im Normalfall nicht mehr essen. Kühlpflichtige Produkte, über deren Zustand ich nichts weiß, beschädigte Verpackungen die ihren Inhalt nicht vor Verunreinigungen schützen konnten und zum Teil auch besonders leicht verderbliche oder möglicherweise sogar gesundheitsgefährliche Ware aus Rückrufen und ähnlichen Fällen.

Zu den rechtlichen Fragen: Ganz klar Hausfriedensbruch und Diebstahl. Aber ganz ehrlich – wer würde deshalb tatsächlich jemanden anzeigen, der sich auf dem Gelände des Supermarktes nicht auffällig benimmt, Gegenstände beschädigt oder Sachen mitnimmt, die nicht zur Entsorgung vorgesehen waren?

Kaffeefrage

Rainer hatte folgende Frage:
Sehr geehrter Herr Harste,

vor einiger Zeit hatten Sie eine Erklärung für die merkwürdigen neuen Mischungen, zunächst bei ONKO-Kaffee. Jetzt steht auch auf einer anderen Marke (Eduscho) was von Karamell drauf. Gibt es noch 100%-Kaffee oder mischen bald alle Hersteller geschmacksneutrale Füllstoffe rein?
Ich kenne den Kaffeemarkt und die Hintergründe nicht näher und weiß nur, dass zumindest die Preise im Einzelhandel komplett kaputt sind. Sowohl die "Premium"-Marken als auch bei den Handelsmarken bleibt für den Händler im Grunde nichts übrig. Kaffee zu verkaufen, ist eigentlich (wie bei inzwischen vielen anderen Warengruppen auch) mehr eine zusätzliche Dienstleistung als das Geschäft mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient. Discounter und Verdrängungswettbewerb sei Dank.

Zurück zum Thema: Die Kunden wollen immer billiger und um die Preise für ihre Produkte zu drücken, dürfte den Herstellern jedes Mittel recht sein. Wenn die gestreckten Endprodukte den Kunden auch noch schmecken – wer würde sich da beschweren? Eben. :-(

Die Produkte heißen zwar nicht mehr "Kaffee", aber die Leute kaufen eben die bekannten Marken. Kleinere Röstereien, die auf Qualität setzen (wie z.B. unsere Freunde von Utamtsi hier aus Bremen) haben das Nachsehen. Sie können a) sowieso nicht so billig einkaufen und produzieren wie die großen und werden b) sicherlich keine "gepanschte Ware" anbieten wollen. Dadurch ist der Preisunterschied zu den Markenprodukten gleich erheblich größer.

Ich hoffe jedenfalls, dass die Aktionen von Onko und den anderen großen Röstereien nur einzelne Schnitzer sind und sich nicht allgemein durchsetzen. Aber solange Sender wie RTL2 und kabel eins noch Zuschauer haben, wird es auch Leute geben, die Kaffee mit 12% Kohlenhydratanteil kaufen und dabei glauben, ein ganz besonders edles Produkt zu konsumieren.