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Unerwartetes Verhalten

Ein Mittzwanziger trug seinen offenen Rucksack in der einen Hand und füllte mir der anderen Hand die unterschiedlichsten Waren hinein. Das machen (leider) viele und mit einer Selbstverständlichkeit, dass man schon immer ein schlechtes Gewissen hat, solchen Kunden einen Einkaufskorb in die Hand zu drücken.

Ein paar Minuten später fiel mir der Kunde wieder auf. Diesmal trug er den inzwischen geschlossenen Rucksack über einer Schulter und unterhielt sich mit einem Bekannten.

Nachdem das Gespräch beendet war, setzte er seinen Rucksack richtig auf, nahm sich zwei Flaschen Cola aus der Getränkeabteilung und ging zur Kasse.
Der Adrenalinspiegel (meiner!) stieg in dem Moment schlagartig an. Die Situation ist augenscheinlich mehr als eindeutig. Aber noch kann sich alles zum Guten wenden und außerdem wäre ich von diesem Kunden herbe enttäuscht gewesen. Ich hätte ihm einen Diebstahl nicht zugetraut.

Er hat dann die beiden Colaflaschen auf das Förderband gestellt, den Rucksack abgenommen und alles sorgsam ausgepackt. Ihr wollt ein Musterbeispiel für auffälliges verhalten in einem Supermarkt? Das war gerade eins!


Ich habe ihn übrigens dann ganz freundlich angesprochen und ihn gebeten, beim nächsten Einkauf unbedingt einen Einkaufswagen oder -Korb zu verwenden oder zumindest den Rucksack offen zu lassen. Bevor es da irgendwann mal zu einem peinlichen Missverständnis kommt...

Torte mit Schwarzwald und Kirschen

Zwei junge Damen betraten den Laden. Beide hatten Taschen bei sich, eine der beiden trug einen Tortenbehalter: Unten eine Kühlplatte, oben ein Deckel mit Griff – und dazwischen eine aufwändig selbstgemachte Schwarzwälder Kirschtorte.

Ich stand gerade in der Gemüseabteilung und machte meine Bestellung für den Folgetag. Meine Kassiererin sah auch, wie die beiden Frauen herinkamen und die Torte war auch ihr nicht entgangen. Sie grinste, wir hatten beiden den selben Gedanken: "Schmeißt die Torte hier ab, die sieht lecker aus!"

Irgendwie muss der Teil mit dem "Abschmeißen" bis zu dem Tortenbehälter durchgedrungen sein. Der Deckel öffnete sich, das ganze Meisterwerk klatschte auf den Marktboden. Ich hätte sie ja sogar noch gegessen, aber es war wirklich nur noch ein Haufen Matsch. Vom Fußboden löffeln war dann doch nicht angebracht gewesen und eine meiner Mitarbeiterinnen half dann, die Überreste der Torte mit ein paar Stücken Pappe aufzunehmen und zu entsorgen. Wie ärgerlich. Vor allem, weil die beiden alle Zutaten extra besorgt hatten und stundenlang dafür in der Küche standen. Sogar eine lange Zugfahrt hatte die Torte überstanden. Aber hier, kurz vor dem Ziel, passiert das Unglück.

Die beiden taten mir so sehr leid, dass ich ihnen eine Schwarzwälder Kirschtorte von "Coppenrath & Wiese" aus dem Tiefkühlschrank geschenkt habe. Ist zwar kein vollwertiger Ersatz für eine selbstgemachte Torte, aber sie haben sich trotzdem gefreut. :-)