Das Abstruse an der ganzen Sache ist ja, dass wir unter dem Vorwand des "Konkurrenzschutzes" keine authentischen Bio-Markenprodukte mehr bekommen sollten. Allerdings, so heisst es, wenn wir hier eine in sich geschlossene Bio-Abteilung schaffen würden (aka Shop-in-Shop), dann wäre das alles kein Problem.
In meinen Augen hat sich die Konkurrenz dann sogar eher zu fürchen...
Na, gut, der Zettel sieht nicht besonders hübsch aus. Ist eigentlich auch egal, denn ob hübsch oder häßlich - lesen und beachten wird ihn ja bekanntlich sowieso niemand...
Vielleicht kann ich ja ein paar meiner bloglesenden Kunden auf diese Weise vor Beck's-Gold-Sixpacks vorwarnen: Die Dinger haben heute bei der Anlieferung einen recht großzügigen Schauer abbekommen, so dass sich teilweise die Verklebungen gelockert haben.
Bin mal gespannt, wie oft wir hier in den nächsten Tagen Bier auffeudeln müssen...
Die Zeiten haben sich gravierend geändert. Unsere guten Ergebnisse (bio&fair) werden gewiß von den Kollegen nicht mehr nur als Nischenerfolg gewertet werden, wir sind schließlich keine Exoten mehr.
"Fast jede Woche eröffnet irgendwo in Deutschland ein neuer Biosupermarkt, und auch die großen Discounter reagieren auf den Bioboom". "Was als Umweltbewegung begann, hat sich inzwischen zur Lifestyle-Szene entwickelt." (ZDF.de)
"Die Deutschen sind Weltmeister im Verbrauch von Biowaren. Aber an den deutschen Biobauern geht der Boom vorbei. Der Grund: Anbieter aus dem Ausland drängen mit niedrigeren Preisen auf den Markt, die ersten deutschen Biobauern geben auf." (Fruchtportal.de)
"Denn was für viele Verbraucher erfreulich ist - sinkende Preise und Bio-Angebote beim Discounter - macht den 16.800 ökologisch wirtschaftenden Landwirten zunehmend zu schaffen." (Einkaufsnetz Greenpeace).
Der von den Ketten ausgeübte Preisdruck sorgt für ein Paradoxon: Trotz der hohen Nachfrage kommen die Erzeuger immer weniger auf ihre Kosten. Demeter-Bauern können teilweise ihre Produkte nicht mehr zu Kosten deckenden Preisen absetzen. (Handelsblatt)
Verschärfend kommt hinzu: In Zukunft soll nicht mehr damit geworben werden dürfen, dass private Verbände höhere Standards aufweisen als die der EU-Verordnung. Daß das Aufweichen der strengen Regeln Pseudo-Bioprodukten Tür und Tor öffnen könnte, schrieb ich ja bereits am 11. Juli in meinem Beitrag für das Gesellschafter-Tagebuch unter Bezugnahme auf den Zeit-Artikel "Grün und gefährdet" vom 24.05.06.
Ich hatte mich deshalb bewußt für authentische Bio-Produkte entschieden und wollte nach dem erfolgten Umbau nun auch das Bio-Trockensortiment um althergebrachte Produkte aus dem Bio-Laden ergänzen.
"Zwergenaufstand im Ökoland" vollständig lesen
Als ich mich Anno 2000 im zarten Alter von 26 Jahren in die Selbständigkeit stürzte, ging ich mit einem gewissen Idealismus ans Werk. Dem sympatischen Supermarkt meiner Träume sollte Leben eingehaucht werden. Dinge, die ich vorher nicht ändern konnte, also während meiner Ausbildung und der nachfolgenden Tätigkeit als Substitut und später als Filialleiter, konnte ich jetzt frei entscheiden: "Haben wir nicht?" Gibt es nicht! Ein fröhliches Team, das den Servicegedanken lebt und viel Herzblut haben diesen Laden über die ersten Hürden getragen. Das Projekt Mahlzeit hat uns inspiriert zu verstärkten Aktionen gemäß dem Motto: Mehr regionale, mehr ökologische und mehr fair gehandelte Lebensmittel auf den Teller des Verbrauchers. "Zwergenaufstand im Ökoland (Vorgeschichte)" vollständig lesen
Ich glaube, wir haben hier heute einen neuen Rekord aufgestellt: Noch während unser SPAR-LKW vor der Tür stand und abgeladen hat, packten wir nebenbei Obst & Gemüse - und zwar vollständig. Normalerweise dauert das deutlich länger.