Seit zwei Tagen bekomme ich die täglichen Preislisten eines Händlers auf dem Bremer Großmarkt zugefaxt. Warum auch immer. Ich habe jedenfalls nie darum gebeten.
Gestern habe ich mich nur kurz aufgeregt und die Zettel kommentarlos dem Recycling zugeführt.
Heute hatte ich schon das Telefon in der Hand und wollte dem Gemüsehändler gerade unverblümt meine Meinung erzählen, als mir einfiel, daß dieses Fax mir möglicherweise zu einem neuen Erdbeerlieferanten verhelfen könnte.
Ich konnte mir dann zwar nicht verkneifen, ihm einen Text über Fax-Werbung zu erzählen, aber dennoch bringt er mir morgen früh eine Kiste Erdbeeren rein. Ich bin mal gespannt, was die für eine Qualität haben werden.
Bei einer Lieferung für eine Kundin ist etwas schiefgelaufen: Sie hat die gewünschte Brokkoli-Rahm-Suppe nicht in Dosen bekommen, sondern in Form eines Instant-Produktes von Knorr.
Der Fehler liegt klar auf unserer Seite, da ich die Bestellung zwar richtig aufgeschrieben habe, der die Lieferung zusammenstellende Mitarbeiter sich allerdings vertan hat.
Natürlich wird die Suppe umgetauscht. Da ich mich nicht mehr genau an die Menge erinnern konnte, fragte ich die Kundin am Telefon, wieviele Tüten denn zurückgenommen werden müssen.
"Fünf sind das. Eigentlich nur vier. Ich habe eine aufgemacht, weil ich das erst nicht bemerkt hatte.", antwortete sie mir.
Mir ist rätselhaft, wie jemand nicht den Unterschied zwischen einer Konservendose und einer Papiertüte bemerken kann. Wo hat die denn da bloß den Dosenöffner angesetzt?!? :thinking:
Am 25. April 2005 erklärte ich, daß ich "keiner Zielgruppe" angehöre.
Beim Durchblättern einer Fachzeitschrift für den Lebensmittelhandel ist mir aufgefallen, daß auch ich definitiv einer ganz bestimmten Zielgruppe angehöre: Ich reagiere auf Anzeigen, in denen neue Produkte vorgestellt und deren Nutzen erklärt werden. Oft gebündelt mit konkreten Aussagen über die geplanten Werbemaßnahmen und Aktionen in den Märkten. Oft genug habe ich auf Grund derartiger Informationen Artikel bestellt, die ich für interessant hielt.
· Anruf einer Werkstatt für blinde Jugendliche
· Hausierer fragt nach Werbung im VHS-Katalog
· Unterstützung einer Veranstaltung in einem Kindergarten
· Tel. Angebot an Tüten mit Werbeaufdruck für kranke Kinder
Die Wünsche fallen immer anders aus: Sachspenden, Anzeigen schalten oder Produkte kaufen. Dass sowas irgendwann lästig werden könnte, scheint von den Bittstellern keiner wahrhaben zu wollen.
Gestern war nun tatsächlich nochmal der Mohawk-Indianer bei uns. Er ist extra hergekommen, weil ich es doch tatsächlich versäumt hatte, bei seinem ersten Besuch ein Foto zu machen.
Da sitzt er also bei mir im Lager in der Künstlergarderobe und wirft seine volle Montur über. Zu aller Überraschung hat er dann direkt vor meinem Laden bei strahlendem Sonnenschein einen Kriegstanz vorgeführt. Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, davon ein Video zu erstellen. Link zum Video (ca. 30MB)
... und Marco meint, daß wir das Video besser per Bittorrent verbreiten sollten: Link zur Torrent-Datei (Tracker läuft nur heute, bitte auch seeden!).
Sehr geehrter Herr Harste,
unser Mandant konnte bisher keine Zahlungen leisten, da er arbeitslos ist. Voraussichtlich wird sich dies im Herbst ändern. Wir kommen dann auf die Sache zurück.
Mit freundlichem Gruß,
W.L.
Rechtsanwalt
Wer's glaubt...
Aber immerhin: Sie haben sich selbständig bei mir gemeldet und lassen die Sache nicht im Sand versickern. Die hochgerechnet über 10.000 Euro, die der Mitarbeiter bei mir an der Kasse im Laufe seiner Beschäftigung unterschlagen hat, habe ich sowieso längst abgeschrieben - trotz des notariellen Schuldanerkenntnisses, das er unterschrieben hat. Wer kein Geld hat, kann nicht zahlen. Inzwischen sieht die Situation so aus, daß er "eine Zeitlang" (so, wie es ihm möglich ist) immerhin 50 Euro pro Monat an mich zahlen soll.
Keine Ahnung, was aus der Sache wird. Ich mache mir jedenfalls keine weiteren Hoffnungen, lasse mich überraschen und werde mich über jeden gezahlten Euro freuen.
Bio-Produkte kosten normalerweise mehr bis deutlich mehr als ihre konventionellen Pendants. Und so stand eine Kundin an der Kasse und beschwerte sich darüber, daß eine Schale mit Bio-Tomaten "so teuer" wäre und sie das Gemüse deswegen nun doch nicht kaufen möchte.
Wieso fällt den Leuten das eigentlich nicht schon beim Preisschild an der Ware auf?
Ein Kunde berichtete eben, daß er zwei Beerdigungen innerhalb der nächsten zwei Wochen vor sich hat: Heute wird sein Bruder bestattet und nächste Woche seine Mutter.
Zwei nahestehende Verwandte innerhalb von ein paar Tagen zu verlieren, muß hart sein. Ich möchte jedenfalls nicht in seiner Haut stecken.